Artikel vom 12. Februar 2026
Wie Ransomware Backups zerstört: Technische Analyse
Phase 1: Reconnaissance und Privilegien-Eskalation #
Bevor die Verschlüsselung losgeht, führt die Ransomware mehrere Schritte durch:
Schritt 1: Initial Access #
Ein Mitarbeiter klickt auf einen Phishing-Link, ein RDP-Port ist offen, oder eine Schwachstelle wird ausgenutzt. Ransomware erhält First Foothold — oft als Low-Privilege-Benutzer (z. B. ein normales Benutzerkonto).
Schritt 2: Privilege Escalation #
Ransomware versucht, zu Admin-Rechten zu eskalieren. Sie nutzt:
- Lokale Exploits (z. B. CVE-2021 – 1732 in Windows)
- Token Impersonation
- Credentials aus dem RAM gestohlen (Mimikatz, etc.)
- Misconfigurationen (z. B. ungeschützte Systemdienste)
Mit Admin-Rechten kann Ransomware systemweit agieren — einschließlich Backup-Zerstörung.
Phase 2: Vier konkrete Taktiken zur Backup-Zerstörung #
Taktik 1: Shadow Copy Deletion (vssadmin delete shadows) #
Was ist Shadow Copy? Windows Volume Shadow Copy ist eine eingebaute Funktion, die automatisch Snapshots von Dateien erstellt. Viele Unternehmen nutzen das als “Backup” — es ist aber nur eine lokale Sicherung (auf der gleichen Festplatte).
Wie Ransomware vorgeht:
vssadmin delete shadows /all /quiet
wmic shadowcopy delete
Mit einem simplen Befehl werden alle lokalen Snapshots gelöscht. Das nimmt Sekunden. Der Benutzer merkt es nicht.
Warum das funktioniert: Shadow Copy ist nicht unveränderlich. Mit Admin-Rechten kann jeder es löschen.
Schutzmaßnahme: Shadow Copy ist kein Backup. Es ist nur eine lokale, verwundbare Kopie. Ein echtes Backup muss offline und auf separater Hardware sein.
Taktik 2: Backup-Agent Deinstallation #
Viele Unternehmen nutzen Software-Backup-Agenten (z. B. Veeam Agent, Backup Exec, Commvault). Diese Agenten laufen als Windows-Dienst im Hintergrund.
Wie Ransomware vorgeht:
net stop <backup-service-name>
sc delete <backup-service-name>
Oder direkter:
taskkill /IM backup-agent.exe /F
Der Backup-Prozess wird beendet und der Dienst wird deregistriert. Zukünftige Backups finden nicht statt.
Warum das funktioniert: Backup-Software läuft mit Benutzer-Privilegien. Mit Admin-Rechten (die Ransomware inzwischen hat) kann sie jederzeit gestoppt werden.
Schutzmaßnahme: Backup-Agenten dürfen nicht stoppbar sein, oder Backups müssen nicht auf Agenten angewiesen sein. Hardware verwendet physische Getrenntheit — es gibt keinen Agent zu stoppen.
Taktik 3: API-Keys für Cloud-Backup-Löschung #
Viele Unternehmen sichern in der Cloud (AWS S3, Azure Blob, Google Cloud). Diese Cloud-Services werden über API-Credentials authentifiziert. Die Credentials sind oft lokal auf dem Server gespeichert (in Config-Dateien, Umgebungsvariablen, oder im RAM).
Wie Ransomware vorgeht:
API-Keys auslesen: Ransomware scannt lokale Dateien nach AWS_ACCESS_KEY_ID, Azure Storage Account Keys, etc.
findstr /S /M "AKIA\|ASIA" C:\Mit gestohlenen Keys zur Cloud verbinden:
aws s3 rm s3://my-backup-bucket --recursiveCloud-Backups löschen: Mit legitimen Credentials kann Ransomware alle Cloud-Snapshots löschen.
Warum das funktioniert: API-Schlüssel sind Passwörter. Wenn sie lokal verfügbar sind, können sie gestohlen werden. Cloud-Backups sind nur so sicher wie die Credentials, die sie schützen.
Schutzmaßnahme:
- Credentials sollten nicht lokal auf dem Server liegen.
- Nutzen Sie Managed Identities (Azure) oder IAM Roles (AWS), um Credentials zu verstecken.
- Oder: Nutzen Sie Hardware , die keine Credentials braucht — sie nutzt physische Isolation.
Taktik 4: Cloud-Governance-Mode-Umgehung (Object Lock) #
Viele Cloud-Anbieter bieten “Write Once Read Many” () Features mit . AWS S3 hat zwei Modi:
Governance Mode: Objekte sind “write-protected”, aber mit bestimmten Rechten (s3:BypassGovernanceRetention) kann der Schutz entfernt werden. Wenn ein Admin-Account diese Rechte hat und Ransomware diese Credentials stiehlt, kann sie den Schutz umgehen.
Compliance Mode: Stärker — selbst der Root-Account kann Objekte nicht löschen, bis die Retention-Zeit abläuft. Das ist echte .
Wie Ransomware vorgeht: Wenn nur Governance Mode aktiv ist und die Admin-Credentials kompromittiert sind:
aws s3api put-object-retention \
--bucket my-backup-bucket \
--key backup.tar \
--retention Mode=,Years=
Das entfernt den Retention-Schutz, und das Objekt kann dann gelöscht werden.
Warum das funktioniert: Governance Mode ist absichtlich schwächer — für Compliance-Szenarien, wo Administratoren eine Ausstiegsmöglichkeit brauchen. Ransomware nutzt genau das aus.
Schutzmaßnahme: Nutzen Sie Compliance Mode, nicht Governance Mode, für Backups. Oder besser: Hardware (wie Silent Cubes), wo Compliance nicht übergehbar ist, selbst mit Root-Rechten.
Phase 3: Backup-Infrastruktur-Zerstörung #
Nachdem einzelne Backups zerstört sind, zerstört Ransomware oft die gesamte Backup-Infrastruktur:
- Backup-Server selbst wird verschlüsselt (wenn er zu kurz über SMB erreichbar war).
- Backup-Repository wird gelöscht (NAS-Shares, SAN-Targets).
- Backup-Administratoren werden aus ihren Accounts gelockt oder ihre Credentials werden zurückgesetzt.
Warum netzwerkgebundenes Backup gegen Ransomware nicht funktioniert #
Die Kernprobleme:
| Problem | Netzwerk-Backup | Hardware Air Gap |
|---|---|---|
| **Erreichbarkeit** | Vom infiziertem Netzwerk erreichbar | Physisch getrennt, nicht adressierbar |
| **Credentials** | Lokal gespeichert, stehlbar | Nicht notwendig, Authentifizierung physisch |
| **Umgehbarkeit** | Admin-Rechte = Zugriff | Unmöglich ohne physischen Zugang |
| **Malware-Desinfektion** | Schwierig — welche Version ist sauber? | Trivial — letzte gültige Kopie vor Infektion |
Wie Hardware Air Gap funktioniert (Silent Brick) #
Ein Hardware funktioniert anders als Netzwerk-Lösungen:
Physische Trennung: Der Backup-Speicher hat keine Netzwerk-IP, keine MAC-Adresse (im aktiven Zustand). Er ist nicht vom Produktionsnetz erreichbar.
Vereinigte Authentifizierung: Backups werden über sichere Kanäle (z. B. verschlüsselte Verbindung) initiiert, aber die Daten gehen auf unveränderlich/ Speicher.
Unveränderlichkeit auf Hardware-Ebene: Daten werden auf Speicher geschrieben, die auf Firmware-Ebene Read-Only sind (nicht nur auf Datei-Ebene).
Selbst wenn Ransomware Admin-Rechte hat: Sie kann die Daten nicht erreichen, nicht löschen, nicht verändern.
Häufige Fragen #
Reichen
Sind meine lokalen Backups sicher, wenn ich sie nach dem Backup disconnecte? Nur wenn Sie sicher sind, dass Sie nicht reconnecten, bevor die Ransomware erkannt wird. In der Praxis passiert das oft automatisch. Ein Hardware
Wie oft sollte ich Backups testen? Mindestens quartalweise für große Systeme, monatlich für kritische. Jeder Test sollte ein vollständiger Recovery-Test sein (nicht nur Restore eines Ordners), mit Zeitmessung.
Air Gap
Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
Immutable Storage
Immutable Storage bezeichnet Speichertechnologien, die gespeicherte Daten vor nachträglicher Veränderung oder Löschung schützen — wobei der entscheidende Unterschied darin liegt, ob dieser Schutz auf Hardware-Ebene (nicht umgehbar) oder auf Software-Ebene (durch Administratoren mit ausreichenden Rechten umgehbar) durchgesetzt wird.
Immutable Storage
Immutable Storage bezeichnet Speichertechnologien, die gespeicherte Daten vor nachträglicher Veränderung oder Löschung schützen — wobei der entscheidende Unterschied darin liegt, ob dieser Schutz auf Hardware-Ebene (nicht umgehbar) oder auf Software-Ebene (durch Administratoren mit ausreichenden Rechten umgehbar) durchgesetzt wird.
WORM
WORM (Write Once, Read Many) bezeichnet ein Speicherprinzip, bei dem Daten einmal geschrieben und danach technisch nicht mehr verändert oder gelöscht werden können — bei Hardware-WORM ist diese Unveränderlichkeit eine physikalische Eigenschaft des Speicher-Controllers, unabhängig von Software, Betriebssystem oder Benutzerprivilegien.
WORM
WORM (Write Once, Read Many) bezeichnet ein Speicherprinzip, bei dem Daten einmal geschrieben und danach technisch nicht mehr verändert oder gelöscht werden können — bei Hardware-WORM ist diese Unveränderlichkeit eine physikalische Eigenschaft des Speicher-Controllers, unabhängig von Software, Betriebssystem oder Benutzerprivilegien.
WORM
WORM (Write Once, Read Many) bezeichnet ein Speicherprinzip, bei dem Daten einmal geschrieben und danach technisch nicht mehr verändert oder gelöscht werden können — bei Hardware-WORM ist diese Unveränderlichkeit eine physikalische Eigenschaft des Speicher-Controllers, unabhängig von Software, Betriebssystem oder Benutzerprivilegien.
Air Gap
Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
WORM
WORM (Write Once, Read Many) bezeichnet ein Speicherprinzip, bei dem Daten einmal geschrieben und danach technisch nicht mehr verändert oder gelöscht werden können — bei Hardware-WORM ist diese Unveränderlichkeit eine physikalische Eigenschaft des Speicher-Controllers, unabhängig von Software, Betriebssystem oder Benutzerprivilegien.
Immutable Storage
Immutable Storage bezeichnet Speichertechnologien, die gespeicherte Daten vor nachträglicher Veränderung oder Löschung schützen — wobei der entscheidende Unterschied darin liegt, ob dieser Schutz auf Hardware-Ebene (nicht umgehbar) oder auf Software-Ebene (durch Administratoren mit ausreichenden Rechten umgehbar) durchgesetzt wird.
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Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
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Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
WORM
WORM (Write Once, Read Many) bezeichnet ein Speicherprinzip, bei dem Daten einmal geschrieben und danach technisch nicht mehr verändert oder gelöscht werden können — bei Hardware-WORM ist diese Unveränderlichkeit eine physikalische Eigenschaft des Speicher-Controllers, unabhängig von Software, Betriebssystem oder Benutzerprivilegien.