1. Was NIS2 zur Lie­fer­ket­ten­si­cher­heit for­dert #

Seit dem 6. Dezem­ber 2025 ist die NIS2-Richt­li­nie in Deutsch­land durch das NIS2UmsuCG und das neu gefass­te BSIG umge­setzt. §30 BSIG lis­tet Lie­fer­ket­ten­si­cher­heit expli­zit als eine der Maß­nah­men auf, die betrof­fe­ne Ein­rich­tun­gen umset­zen müssen.

Die Rechts­grund­la­ge auf EU-Ebe­ne ist Art. 21 Abs. 2 lit. d der NIS2-Richt­li­nie (EU) 20222555: Betrof­fe­ne Ein­rich­tun­gen müs­sen die Sicher­heit der Lie­fer­ket­te ein­schließ­lich sicher­heits­be­zo­ge­ner Aspek­te der Bezie­hun­gen zwi­schen den ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen und ihren unmit­tel­ba­ren Anbie­tern oder Diens­te­an­bie­tern” adressieren.

Das bedeu­tet in der Praxis:

  • Sie müs­sen Lie­fe­ran­ten iden­ti­fi­zie­ren, die kri­ti­sche Funk­tio­nen Ihrer IT-Infra­struk­tur berühren
  • Für die­se Lie­fe­ran­ten müs­sen Sie eine Risi­ko­be­wer­tung durchführen
  • Die Bewer­tung muss doku­men­tiert sein, nicht als ein­ma­li­ges Pro­jekt, son­dern als kon­ti­nu­ier­li­cher Prozess
  • Bei wesent­li­chen Ände­run­gen (neu­er Her­stel­ler, Über­nah­me eines Lie­fe­ran­ten, Sicher­heits­vor­fall beim Anbie­ter) ist die Bewer­tung zu aktualisieren

Wich­tig: NIS2 macht kei­ne Vor­ga­ben zu einer bestimm­ten Bewer­tungs­me­tho­de. Sie haben metho­di­sche Frei­heit, aber die Ergeb­nis­se müs­sen bei der Prü­fung vor­ge­legt wer­den können.


2. War­um Hard­ware-Her­stel­ler oft über­se­hen wer­den #

In den meis­ten Unter­neh­men kon­zen­triert sich das Lie­fe­ran­ten­ma­nage­ment auf Soft­ware-Anbie­ter: Cloud-Pro­vi­der, SaaS-Platt­for­men, Mana­ged-Ser­vice-Dienst­leis­ter. Das ist nach­voll­zieh­bar: Soft­ware-Lie­fe­ran­ten haben direk­ten Zugang zu Daten und Sys­te­men, Sicher­heits­vor­fäl­le wer­den schnell sichtbar.

Hard­ware-Her­stel­ler ste­hen sel­te­ner auf dem Radar. Dabei bestehen hier erheb­li­che Risiken:

Firm­ware als Angriffs­flä­che. Spei­cher­ge­rä­te, NAS-Sys­te­me, Back­up-Appli­ances lau­fen mit Firm­ware, die der Her­stel­ler ent­wi­ckelt und ver­teilt. Unsi­che­re Update-Pro­zes­se oder kom­pro­mit­tier­te Firm­ware-Images sind ein rea­ler Angriffs­vek­tor, bekannt aus APT-Kam­pa­gnen gegen Sto­rage-Hard­ware in kri­ti­scher Infrastruktur.

Rechts­rah­men des Her­stel­lers. Ein Sto­rage-Her­stel­ler mit Haupt­sitz in einem Dritt­land unter­liegt des­sen Rechts­ord­nung. Das schließt poten­zi­ell Aus­kunfts­pflich­ten gegen­über Behör­den die­ses Lan­des ein, unab­hän­gig davon, wo das Gerät steht.

Fer­ti­gungs­stand­ort und Kom­po­nen­ten­be­schaf­fung. Der Mar­ken­na­me auf dem Gerät sagt nichts dar­über aus, wel­che Kom­po­nen­ten aus wel­chen Län­dern stam­men und wel­chen Qua­li­täts­si­che­rungs­pro­zes­sen sie unterlagen.

Lang­le­big­keit und Sup­port-Kon­ti­nui­tät. Back­up-Hard­ware hat typi­scher­wei­se Betriebs­zei­ten von 7 bis 12 Jah­ren. Wenn ein Her­stel­ler nach drei Jah­ren den EU-Sup­port ein­stellt, endet damit auch die Patch-Ver­sor­gung, mit direk­ten Aus­wir­kun­gen auf Ihre NIS2-Compliance.


3. Bewer­tungs­ma­trix für Hard­ware-Her­stel­ler #

Die fol­gen­de Matrix ori­en­tiert sich an den Anfor­de­run­gen aus NIS2 Art. 21 und §30 BSIG sowie an bran­chen­üb­li­chen Beschaf­fungs­stan­dards (ISO/IEC 27036 Sup­pli­er Relationships”).

3.1 Her­kunft und Rechts­rah­men #

  • Haupt­sitz des Unter­neh­mens: EU, EWR, ver­trau­ens­wür­di­ge Part­ner­staa­ten oder Dritt­land mit pro­ble­ma­ti­schen Auskunftspflichten?
  • Anwend­ba­res Recht: Wel­che Gerichts­bar­keit gilt für Daten­zu­grif­fe und Behördenanfragen?
  • Eigen­tums­struk­tur: Trans­pa­ren­te Eigen­tü­mer oder ver­schach­tel­te Hol­ding­struk­tu­ren? Staat­li­che Beteiligungen?
  • Export­kon­trol­le: Unter­liegt das Unter­neh­men oder sei­ne Pro­duk­te Export­be­schrän­kun­gen der EU oder USA?

Rote Flag: Undurch­sich­ti­ge Eigen­tü­mer­struk­tur oder Haupt­sitz in einem Land mit bekann­ten staat­li­chen Zugriffs­mög­lich­kei­ten auf Unternehmensdaten.

3.2 Fer­ti­gungs­stand­ort #

  • Pro­duk­ti­ons­stand­or­te: EU, OECD oder Dritt­län­der mit ein­ge­schränk­ten Qualitätsnachweisen?
  • Kom­po­nen­ten­her­kunft: Kön­nen kri­ti­sche Kom­po­nen­ten (Con­trol­ler, Spei­cher­chips, Netz­tei­le) nach­ver­folgt werden?
  • Qua­li­täts­si­che­rung: Ist der Fer­ti­gungs­stand­ort nach ISO 9001 zertifiziert?
  • Hard­ware-Inte­gri­täts­nach­wei­se: Stellt der Her­stel­ler Nach­wei­se zur Tam­per-Evi­denz oder Secu­re-Boot-Unter­stüt­zung bereit?

3.3 Zer­ti­fi­zie­run­gen #

  • ISO 9001: Qua­li­täts­ma­nage­ment der Fertigung
  • ISO 27001: Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­ma­nage­ment beim Hersteller
  • Com­mon Cri­te­ria: Sicher­heits­be­wer­tung für Pro­dukt­li­ni­en (rele­vant für Behör­den und )
  • BSI-Grund­schutz-Kon­for­mi­tät: für öffent­li­che Auf­trag­ge­ber und KRI­TIS relevant
  • CE-Kenn­zeich­nung und Cyber Resi­li­ence Act: Die wesent­li­chen Pflich­ten des Cyber Resi­li­ence Act gel­ten ab Dezem­ber 2027 für ver­netz­te Hard­ware in der EU

Hin­weis: Zer­ti­fi­ka­te nur mit aktu­el­lem Gül­tig­keits­da­tum und über­prüf­ba­rem Zer­ti­fi­kats-Link akzep­tie­ren. Screen­shots ohne Veri­fi­ka­ti­ons­mög­lich­keit sind kein Nachweis.

3.4 Trans­pa­renz der Lie­fer­ket­te #

  • Lis­te kri­ti­scher Tier-1-Lie­fe­ran­ten: Erwar­tung: ja, mit Anga­be von Land und Funktion
  • Soft­ware Bill of Mate­ri­als (SBOM) für die Firm­ware: Erwar­tung: ja, für neue Pro­dukt­ge­ne­ra­tio­nen Standard
  • Eige­ne Sup­pli­er-Secu­ri­ty-Poli­cy: Erwar­tung: ja, öffent­lich zugäng­lich oder auf Anfrage
  • Kom­mu­ni­ka­ti­on von Lie­fer­ket­ten­vor­fäl­len der letz­ten drei Jah­re: Erwar­tung: trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on inklu­si­ve Maßnahmen

3.5 Update- und Patch-Fähig­keit der Firm­ware #

  • Patch-Fre­quenz: regel­mä­ßi­ge Sicher­heits­patches für akti­ve Produktlinien
  • Secu­ri­ty Advi­so­ry: ver­öf­fent­lich­te CVE-Infor­ma­tio­nen mit Schweregrad-Einstufung
  • Patch-Authen­ti­zi­tät: signier­te Firm­ware-Images mit nach­voll­zieh­ba­rem Signierungsprozess
  • End-of-Sup­port-Datum: ver­bind­lich kom­mu­ni­ziert, min­des­tens 5 Jah­re nach Kauf
  • Off­line-Update-Fähig­keit: Firm­ware-Updates ohne Inter­net­zu­gang mög­lich (rele­vant für Air-Gap-Umgebungen)

Rote Flag: Kein öffent­li­ches Secu­ri­ty-Advi­so­ry-Sys­tem, kei­ne kom­mu­ni­zier­ten CVEs, kei­ne Signie­rung von Firmware-Images.

3.6 Sup­port-Ver­füg­bar­keit in der EU #

  • Phy­si­scher Sup­port in Deutsch­land und DACH: direk­ter Her­stel­ler-Sup­port oder zer­ti­fi­zier­ter Part­ner mit SLA
  • Reak­ti­ons­zeit bei Secu­ri­ty Inci­dents: ver­trag­li­che Fest­le­gung, maxi­mal 48 Stun­den für kri­ti­sche Sicherheitslücken
  • Eska­la­ti­ons­pfad: nament­lich bekann­te Ansprech­part­ner, nicht nur Ticketsystem
  • Ersatz­teil­ver­füg­bar­keit: min­des­tens 5 Jah­re nach Pro­duk­ti­ons­en­de garantiert

4. Kri­ti­sche Fra­gen für Aus­schrei­bun­gen und Ven­dor-Assess­ments #

Neh­men Sie die fol­gen­den Fra­gen in Ihre Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen (RFI/RFP) auf. Anbie­ter, die meh­re­re die­ser Fra­gen nicht beant­wor­ten, müs­sen Sie als Risi­ko einstufen.

Zur Unter­neh­mens­si­tua­ti­on:

  1. Nen­nen Sie alle Gesell­schaf­ter mit einem Anteil über 10 Pro­zent. Gibt es staat­li­che Beteiligungen?
  2. Unter wel­cher Rechts­ord­nung ope­riert Ihre Entwicklungsabteilung?
  3. Haben Sie in den letz­ten drei Jah­ren behörd­li­che Daten­an­fra­gen aus Dritt­län­dern erhalten?

Zur Pro­dukt­si­cher­heit:

  1. Stel­len Sie ein Soft­ware Bill of Mate­ri­als (SBOM) für Ihre Firm­ware bereit?
  2. Wie signie­ren Sie Firm­ware-Images, und wie kann der Kun­de die Signa­tur verifizieren?
  3. Nen­nen Sie Ihren CVE-Mel­de­pro­zess und zei­gen Sie die letz­ten drei Secu­ri­ty Advisories.

Zum Life­cy­cle:

  1. Nen­nen Sie das ver­bind­li­che End-of-Sup­port-Datum für die ange­bo­te­ne Produktlinie.
  2. Beschrei­ben Sie Ihren Pro­zess für sicher­heits­kri­ti­sche Patches außer­halb regu­lä­rer Release-Zyklen.

Zum Sup­port:

  1. Wo befin­det sich das Sup­port-Team, das unse­re Tickets bearbeitet?
  2. Wel­che ver­trag­li­che Reak­ti­ons­zeit gilt für einen CVE mit CVSS-Score von 9.0 oder höher?

5. Rote Flags: Wann ein Hard­ware-Her­stel­ler ein Sicher­heits­ri­si­ko dar­stellt #

Die fol­gen­den Merk­ma­le sind ein­zeln bereits Warn­si­gna­le. In Kom­bi­na­ti­on recht­fer­ti­gen sie den Aus­schluss aus dem Beschaffungsverfahren:

  • Kein EU-Haupt­sitz, kein EU-Toch­ter­un­ter­neh­men: aus­schließ­lich außer­eu­ro­päi­scher Rechts­rah­men ohne ver­trag­li­che Ver­an­ke­rung deut­schen Rechts
  • Kei­ne ISO-27001-Zer­ti­fi­zie­rung: für Her­stel­ler, die an NIS2-betrof­fe­ne Unter­neh­men lie­fern, in abseh­ba­rer Zeit nicht mehr akzeptabel
  • Firm­ware ohne kryp­to­gra­fi­sche Signa­tur: grund­le­gen­de Sicher­heits­an­for­de­rung, die seit Jah­ren Stan­dard ist
  • Kei­ne öffent­li­chen CVE-Mel­dun­gen: ent­we­der kei­ne Sicher­heits­lü­cken gefun­den (unwahr­schein­lich) oder kei­ne Trans­pa­renz (pro­ble­ma­tisch)
  • End-of-Sup­port-Datum in der Ver­gan­gen­heit oder unbe­kannt: direk­te NIS2-Com­pli­ance-Lücke durch feh­len­de Patch-Versorgung
  • Sup­port aus­schließ­lich über Off­shore-Call­cen­ter ohne Eska­la­ti­on zu Tech­ni­kern in der EU: Reak­ti­ons­fä­hig­keit bei kri­ti­schen Inci­dents nicht gewährleistet
  • Wei­ge­rung, den Fra­gen­ka­ta­log zu beant­wor­ten: Trans­pa­renz ist eine Mini­mal­an­for­de­rung. Wer nicht ant­wor­tet, ver­birgt etwas.

6. Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten nach NIS2 für Lie­fe­ran­ten­be­wer­tun­gen #

NIS2 for­dert kei­ne bestimm­te Form der Doku­men­ta­ti­on, wohl aber, dass Ihre Lie­fer­ket­ten­si­cher­heit bei der Prü­fung nach­weis­bar ist. Pla­nen Sie min­des­tens fol­gen­de Doku­men­te ein:

Lie­fe­ran­ten­re­gis­ter (Pflicht):

  • Lis­te aller Hard­ware-Her­stel­ler, die kri­ti­sche Sys­te­me beliefern
  • Risi­koklas­si­fi­zie­rung pro Her­stel­ler (hoch, mit­tel, niedrig)
  • Datum der letz­ten Bewertung

Bewer­tungs­pro­to­koll pro Her­stel­ler (Pflicht bei wesent­li­chen Lieferanten):

  • Aus­ge­füll­ter Bewer­tungs­bo­gen (sie­he Abschnitt 7)
  • Bele­ge für Zer­ti­fi­zie­run­gen (mit Ablaufdatum)
  • Ant­wor­ten auf den Fra­gen­ka­ta­log aus der Ausschreibung
  • Beschluss: Frei­ga­be, Frei­ga­be mit Auf­la­gen oder Ablehnung

Revi­si­ons­his­to­rie (Pflicht):

  • Wann wur­de der Her­stel­ler zuletzt neu bewertet?
  • Aus­lö­ser für Neu­be­wer­tung (zum Bei­spiel Sicher­heits­vor­fall, Eigen­tü­mer­wech­sel, Ablauf einer Zertifizierung)

Emp­feh­lung: Füh­ren Sie das Lie­fe­ran­ten­re­gis­ter in Ihrer ISMS-Platt­form (zum Bei­spiel inte­griert in die ISO-27001-Doku­men­ta­ti­on) und nicht in einer iso­lier­ten Tabel­le. Das erleich­tert den Prü­fungs­nach­weis erheblich.


7. Bewer­tungs­bo­gen: Vor­la­ge für Hard­ware-Her­stel­ler-Assess­ment #

Der fol­gen­de Bogen eig­net sich als Vor­la­ge für inter­ne Assess­ments. Jedes Kri­te­ri­um wird mit 0 bis 3 Punk­ten bewer­tet und gewich­tet; pas­sen Sie die Gewich­tung an Ihre Risi­koklas­si­fi­zie­rung an.

Her­kunft und Rechtsrahmen

  • EU-Haupt­sitz oder EU-Toch­ter mit loka­lem Recht (Gewicht 15 Pro­zent; Beleg: Handelsregisterauszug)
  • Trans­pa­ren­te Eigen­tums­struk­tur ohne pro­ble­ma­ti­sche Staats­an­tei­le (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: Eigentümernachweis)

Fer­ti­gung und Qualität

  • ISO 9001 mit aktu­el­lem Zer­ti­fi­kat (Gewicht 5 Pro­zent; Beleg: Zer­ti­fi­kat mit Verifikationslink)
  • Fer­ti­gungs­stand­ort in EU oder OECD (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: Her­stel­ler-Anga­be mit Nachweis)

Pro­dukt­si­cher­heit

  • ISO 27001 mit aktu­el­lem Zer­ti­fi­kat (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: Zer­ti­fi­kat mit Verifikationslink)
  • Signier­te Firm­ware-Images (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: tech­ni­sche Dokumentation)
  • Öffent­li­ches CVE- und Advi­so­ry-Sys­tem (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: URL zum Advisory-Portal)
  • SBOM auf Anfra­ge ver­füg­bar (Gewicht 5 Pro­zent; Beleg: SBOM-Dokument)

Life­cy­cle und Support

  • End-of-Sup­port-Datum min­des­tens 5 Jah­re ab Kauf (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: schrift­li­che Zusage)
  • Patch-Reak­ti­ons­zeit bei kri­ti­schen CVEs maxi­mal 48 Stun­den, ver­trag­lich fixiert (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: Vertragsklausel)
  • EU-basier­ter 1st- und 2nd-Level-Sup­port (Gewicht 10 Pro­zent; Beleg: Support-SLA-Dokument)
  • Ersatz­teil­ver­füg­bar­keit min­des­tens 5 Jah­re nach Pro­duk­ti­ons­en­de (Gewicht 5 Pro­zent; Beleg: schrift­li­che Zusage)

Bewer­tungs­schlüs­sel:

  • 0 Punk­te: Kri­te­ri­um nicht erfüllt, kein Nachweis
  • 1 Punkt: Kri­te­ri­um teil­wei­se erfüllt oder Nach­weis unvollständig
  • 2 Punk­te: Kri­te­ri­um erfüllt, Nach­weis vorhanden
  • 3 Punk­te: Kri­te­ri­um voll­stän­dig erfüllt, Nach­weis verifiziert

Schwel­len­wer­te (Emp­feh­lung):

  • Ab 80 Pro­zent der gewich­te­ten Maxi­mal­punkt­zahl: Freigabe
  • 60 bis 79 Pro­zent: Frei­ga­be mit defi­nier­ten Auf­la­gen und Frist zur Nachbesserung
  • Unter 60 Pro­zent: Ableh­nung oder Eska­la­ti­on an CISO oder Geschäftsführung

Pra­xis­hin­weis: Wo On-Pre­mi­ses-Hard­ware einen Vor­teil hat #

Hard­ware, die voll­stän­dig unter Ihrer phy­si­schen Kon­trol­le steht, redu­ziert einen Teil der Lie­fer­ket­ten-Risi­ken, näm­lich den lau­fen­den Daten­zu­gang durch Drit­te. Ein Sto­rage-Sys­tem, das On-Pre­mi­ses betrie­ben wird und kei­ne Cloud-Anbin­dung für den Betrieb benö­tigt, über­trägt kei­ne Daten an den Her­stel­ler. Das schränkt die mög­li­che Expo­si­ti­on durch frem­de Rechts­ord­nun­gen auf die Beschaf­fungs- und War­tungs­pha­se ein.

Das ändert nichts an der Pflicht, den Her­stel­ler nach dem oben beschrie­be­nen Sche­ma zu bewer­ten. Es redu­ziert aber das Rest­ri­si­ko im lau­fen­den Betrieb im Ver­gleich zu Cloud-basier­ten Lösun­gen, bei denen Daten dau­er­haft bei einem exter­nen Anbie­ter ver­ar­bei­tet werden.

FAST LTA pro­du­ziert Silent Brick Sys­te­me und Silent Cubes in Deutsch­land. Firm­ware-Updates wer­den signiert aus­ge­lie­fert und sind off­line ein­spiel­bar, ein Kri­te­ri­um, das in Air-Gap-Umge­bun­gen und bei stren­gen NIS2-Anfor­de­run­gen direkt rele­vant ist.


Wei­ter­füh­ren­de Res­sour­cen #

NIS2 und IT-Resi­li­enz: Was §30 BSIG kon­kret for­dert (/de/­b­log/­nis2-it-resi­li­enz-anfor­de­run­gen/) → Was ist Daten­sou­ve­rä­ni­tät? (/de/­b­log/­was-ist-daten­sou­ve­rae­ni­tae­t/) → Hard­ware Air-Gap: Wie phy­si­sche Tren­nung Back­ups schützt (/de/­b­log/hard­ware-air-gap-ver­gleich/) → ISO 27001 und Back­up: Was die Norm kon­kret ver­langt (/de/­b­log/i­so-27001-back­up-anfor­de­run­gen/) → NIS2 ein­fach erklärt: Wen trifft das Gesetz, was sind die Pflich­ten? (/de/­b­log/­nis2-ein­fach-erklaer­t/)

Disclaimer

Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und mit KI-Unterstützung aufbereitet. Er gibt einen allgemeinen Überblick und stellt keine Rechtsberatung dar – für Ihre konkrete Situation empfehlen wir professionellen Rat.