Was ist eigentlich…
3-2-1-1-0-Backup-Regel
Die klassische 3 – 2‑1-Regel galt jahrzehntelang als Goldstandard der Datensicherung: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, mit einer Kopie außerhalb des Standorts. Das Problem im Ransomware-Zeitalter: Alle drei Kopien können netzwerkerreichbar sein. Ein Angreifer mit Domänenadministrator-Rechten vernichtet sie innerhalb von Stunden.
Sicherheitsarchitekten und das BSI empfehlen daher die Erweiterung zur 3 – 2‑1 – 1‑0-Regel:
Das erste „+1” fordert, dass mindestens eine Kopie offline oder air-gapped ist — nicht nur logisch isoliert, nicht nur durch eine Firewall geschützt, sondern physisch nicht adressierbar. Das ist der Air-Gap-Layer, der auch dann intakt bleibt, wenn ein Angreifer vollständige Domänenadministrator-Rechte erlangt hat.
Das „+0” (zero errors after verification) fordert, dass Backups regelmäßig auf Wiederherstellbarkeit geprüft werden. Ein Backup ohne verifizierten Restore ist kein Backup — es ist eine Hoffnung. Recovery-Tests müssen zeitgemessen und dokumentiert sein. Das BSI fordert in CON.3.A11 regelmäßige Wiederherstellungstests; NIS2 verlangt deren Dokumentation.
Die 3 – 2‑1 – 1‑0-Strategie ist die Minimalanforderung für Organisationen, die NIS2- oder KRITIS-konform sein müssen. Die konkrete Architektur gliedert sich typischerweise in Tiers: Tier 1 (primäres Online-Backup), Tier 2 (Air-Gap-Layer), Tier 3 (-Langzeitarchiv) und optional Tier 4 (geografische Redundanz).
WORM
WORM (Write Once, Read Many) bezeichnet ein Speicherprinzip, bei dem Daten einmal geschrieben und danach technisch nicht mehr verändert oder gelöscht werden können — bei Hardware-WORM ist diese Unveränderlichkeit eine physikalische Eigenschaft des Speicher-Controllers, unabhängig von Software, Betriebssystem oder Benutzerprivilegien.