Was ist eigentlich…
IT-Resilienz
IT-Resilienz geht über klassische Hochverfügbarkeit und IT-Sicherheit hinaus. Verfügbarkeit schützt gegen einzelne Komponentenausfälle (RAID, Cluster). Sicherheit schützt gegen Angriffe (Firewall, E). Resilienz schützt gegen Szenarien, in denen ganze Systeme, Standorte oder Infrastrukturschichten gleichzeitig ausfallen — und stellt sicher, dass die Organisation danach wieder arbeitsfähig wird.
Laut Allianz Risk Barometer 2025 sind Cybervorfälle das größte Geschäftsrisiko für Unternehmen weltweit — zum vierten Mal in Folge. Ransomware-Angriffe verursachen durchschnittlich 23 Tage Ausfallzeit (Sophos 2024). Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr: „Werden wir angegriffen?” Sondern: „Wie schnell können wir danach wieder arbeiten?”
IT-Resilienz ruht auf fünf Säulen: Prävention (Angriffe verhindern), Detektion (Angriffe erkennen), Reaktion (Incident Response), Wiederherstellung (Recovery) und Anpassung (Lessons Learned). Die Wiederherstellungssäule ist die kritischste: Prävention, Detektion und Reaktion können versagen. Recovery darf nicht versagen — sie ist das letzte Sicherheitsnetz. Recovery funktioniert nur, wenn die Daten, aus denen wiederhergestellt wird, nicht ebenfalls kompromittiert sind.
Cyber-Resilienz ist die Spezialisierung auf Cyberangriffe und adressiert ein spezifisches Problem: Moderne Ransomware zerstört gezielt Backup-Infrastruktur, bevor sie Produktivsysteme verschlüsselt. Das bedeutet: Der klassische Disaster-Recovery-Plan, der von intakten Backups ausgeht, greift nicht mehr. Cyber-Resilienz erfordert mindestens einen physisch isolierten Wiederherstellungspfad (), der auch dann intakt bleibt, wenn alle anderen Schichten kompromittiert wurden.
NIS2 (§30 NIS2UmsuCG) und (Art. 11, 12) machen IT-Resilienz für tausende Unternehmen zur Rechtspflicht — mit persönlicher Haftung der Geschäftsleitung.
Disaster Recovery
Disaster Recovery bezeichnet die strukturierten Prozesse und technischen Maßnahmen, die sicherstellen, dass IT-Systeme nach einem schwerwiegenden Ausfall — Ransomware-Angriff, Hardwareversagen, Rechenzentrumsausfall — innerhalb definierter Zeitrahmen (RTO) mit maximalem Datenverlust (RPO) wiederhergestellt werden können.
Air Gap
Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
DORA
DORA (Digital Operational Resilience Act, EU 2022/2554) ist eine EU-Verordnung, die seit Januar 2025 für alle regulierten Finanzmarktteilnehmer gilt und konkrete Anforderungen an IKT-Risikomanagement, Backup-Systeme (Art. 11 und 12), Drittanbieter-Management (Art. 28–30) sowie Incident-Meldung stellt.