Was ist eigentlich…
RTO / RPO
RTO und RPO sind die zwei fundamentalen Kennzahlen jeder Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Planung.
Das Recovery Time Objective (RTO) gibt an, wie lange ein System oder ein Geschäftsprozess nach einem Ausfall maximal nicht verfügbar sein darf, bevor es zu existenzbedrohenden Schäden kommt. Ein RTO von 4 Stunden für das ERP-System bedeutet: Der Wiederherstellungsprozess muss in weniger als 4 Stunden abgeschlossen sein.
Das Recovery Point Objective (RPO) gibt an, wie viel Datenverlust maximal akzeptabel ist — ausgedrückt als Zeitraum. Ein RPO von 1 Stunde für Transaktionsdaten bedeutet: Backups müssen mindestens stündlich erstellt werden, damit im Ernstfall maximal 1 Stunde an Transaktionsdaten verloren geht.
Der häufigste Fehler: RTO und RPO werden definiert, aber nie gegen die tatsächliche Backup-Architektur getestet. Ein RTO von 4 Stunden ist wertlos, wenn der tatsächliche Restore 48 Stunden dauert. (Art. 11) und NIS2 (§30 NIS2UmsuCG) verlangen ausdrücklich, dass RTOs und RPOs nicht nur definiert, sondern durch dokumentierte Tests belegt sind. Typische RTOs nach Backup-Architektur: Festplattenbasierter (Silent Brick) 4 – 8 Stunden; Tape-basiertes 24 – 96 Stunden; Cloud-Backup 12 – 72 Stunden (WAN-abhängig, aber im Ransomware-Fall oft kompromittiert).
Air Gap
Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
Air Gap
Ein Air Gap ist die physische Unterbrechung jeder Netzwerkverbindung zwischen einem Backup-System und der übrigen IT-Infrastruktur, sodass das System im Offline-Zustand keine adressierbare Netzwerkschnittstelle besitzt und damit für Ransomware und Angreifer unerreichbar ist.
DORA
DORA (Digital Operational Resilience Act, EU 2022/2554) ist eine EU-Verordnung, die seit Januar 2025 für alle regulierten Finanzmarktteilnehmer gilt und konkrete Anforderungen an IKT-Risikomanagement, Backup-Systeme (Art. 11 und 12), Drittanbieter-Management (Art. 28–30) sowie Incident-Meldung stellt.