Kri­ti­scher Zeit­plan #

Pha­se 1: Bereits aktiv (seit 6. Dezem­ber 2025) #

Was gilt jetzt sofort:

  • Mel­de­pflich­ten für Sicher­heits­ver­stö­ße (72h an BSI)
  • Bestim­mung der Geschäfts­ent­füh­rungs-Kon­takts (bis wann?)
  • Erken­nung betrof­fe­ner Ein­rich­tun­gen (bin ich betroffen?)

Pha­se 2: Über­gangs­frist (6. Juni 2026) #

Frist: 6 Mona­te nach In-Kraft-Treten

Was muss bis dahin umge­setzt sein:

  • [ ] Risi­ko­ana­ly­se durch­ge­führt (wel­che Daten sind kri­tisch? Wel­che Sys­te­me sind ausfallkritisch?)
  • [ ] Ers­te Sicher­heits­maß­nah­men imple­men­tiert (Patch-Manage­ment, Mitarbeiter-Schulung)
  • [ ] Inci­dent Respon­se Plan doku­men­tiert (wer macht was im Notfall?)
  • [ ] Busi­ness Con­ti­nui­ty Plan vor­han­den (wie lan­ge kann Aus­fall dauern?)
  • [ ] Back­up-Stra­te­gie defi­niert (wo wer­den Daten gesi­chert? Wie oft?)

Ist-Zustand: Sie müs­sen ange­mes­se­ne Maß­nah­men” begon­nen haben. Nicht per­fekt, aber auf dem Weg.

Pha­se 3: Voll­stän­di­ge Com­pli­ance (6. Dezem­ber 2026) #

Frist: 12 Mona­te nach In-Kraft-Treten

Was muss jetzt voll­stän­dig umge­setzt sein:

  • [ ] Alle ange­mes­se­nen Maß­nah­men implementiert
  • [ ] IT-Sicher­heits-Kon­zept dokumentiert
  • [ ] Alle Sys­te­me gepatcht und aktualisiert
  • [ ] Mit­ar­bei­ter geschult (jähr­lich)
  • [ ] Reco­very-Tests durch­ge­führt (und dokumentiert)
  • [ ] Zer­ti­fi­zie­rung oder Audit abge­schlos­sen (optio­nal, aber empfohlen)
  • [ ] Risi­ko-Manage­ment-Frame­work aktiv

Ist-Zustand: Voll­stän­di­ge Com­pli­ance. Behör­den begin­nen Inspektionen.


Buß­geld-Staf­fel #

Wesent­li­che Ein­rich­tun­gen #

Ver­stoßGeld­bu­ßeBei­spiel
**Leich­te Ver­stö­ße** (z. B. unvoll­stän­di­ge Dokumentation)100.000 – 1.000.000 EURAudit-Plan nicht aktualisiert
**Mitt­le­re Ver­stö­ße** (z. B. Patch-Manage­ment unzureichend)1.000.000 – 5.000.000 EUR50% der Sys­te­me nicht aktualisiert
**Schwe­re Ver­stö­ße** (z. B. kei­ne Backups)Bis zu 10.000.000 EUR oder 2% UmsatzKei­ne Off­line-Back­ups vorhanden

Wich­ti­ge Ein­rich­tun­gen #

Ver­stoßGeld­bu­ßeBei­spiel
**Leich­te Verstöße**50.000 – 500.000 EUREin­zel­ner Mit­ar­bei­ter nicht geschult
**Mitt­le­re Verstöße**500.000 – 3.000.000 EUR30% der Sys­te­me nicht gepatcht
**Schwe­re Verstöße**Bis zu 7.000.000 EUR oder 1,4% UmsatzKei­ne Backups

Beson­der­heit: Per­sön­li­che Haf­tung #

Die Geschäfts­füh­rung kann per­sön­lich haft­bar gemacht wer­den, falls:

  • Bekann­te Sicher­heits­lü­cken nicht beho­ben wurden
  • Gross Negli­gence” (gro­be Fahr­läs­sig­keit) vorliegt
  • Spe­zi­fi­sche Anord­nun­gen nicht umge­setzt wurden

Rea­lis­ti­sche Erwar­tun­gen: Sank­ti­ons-Sze­na­ri­os #

Sze­na­rio 1: Gutes Manage­ment, weni­ge Män­gel #

Befund: Ein­rich­tung hat Kon­zept, setzt um, aber ein­zel­ne Sys­te­me nicht gepatcht

Erwar­tung:

  • Ver­war­nung
  • Auf­for­de­rung zur Nach­bes­se­rung (3 – 6 Monate)
  • Geld­bu­ße (optio­nal): 100.000 – 500.000 EUR

Sze­na­rio 2: Laxes Manage­ment, sys­te­ma­ti­sche Män­gel #

Befund: Kei­ne Back­ups, kei­ne Schu­lung, kei­ne Audit

Erwar­tung:

  • Geld­bu­ße: 2.500.000 – 5.000.000 EUR (wich­ti­ge Einrichtung)
  • Per­sön­li­che Haf­tung GF: möglich
  • Betrieb kann ein­ge­schränkt werden

Sze­na­rio 3: Nach Sicher­heits­vor­fall #

Befund: Ran­som­wa­re-Angriff + Unter­neh­men war nicht konform

Erwar­tung:

  • Geld­bu­ße: Maximum
  • Straf­recht­li­che Ermitt­lun­gen (fahr­läs­sig ver­ur­sach­ter Schaden)
  • Zivil­kla­gen von Kunden/​Partnern

Was Sie JETZT tun soll­ten (Dezem­ber 2025 — Juni 2026) #

Task 1: Zuge­hö­rig­keit klä­ren (Janu­ar 2026) #

  • [ ] Sind Sie eine wesent­li­che oder wich­ti­ge Einrichtung?
  • [ ] Wel­che Sys­te­me sind betroffen?
  • [ ] Doku­men­tie­ren Sie die Zuge­hö­rig­keit (für Audit)

Task 2: Risi­ko-Ana­ly­se durch­füh­ren (Janu­ar – Febru­ar 2026) #

  • [ ] Kri­ti­sche Daten identifizieren
  • [ ] Kri­ti­sche Sys­te­me identifizieren
  • [ ] RTO/RPO definieren
  • [ ] Sicher­heits-Schwach­stel­len iden­ti­fi­zie­ren (Audit/​Pentest)

Task 3: Maß­nah­men-Plan erstel­len (Febru­ar – März 2026) #

  • [ ] Wel­che Maß­nah­men sind notwendig?
  • [ ] Wer imple­men­tiert? Inter­ne IT oder extern?
  • [ ] Was kos­tet es? (Bud­get)
  • [ ] Wann wird es fer­tig? (Gantt-Dia­gramm)

Task 4: Ers­te Maß­nah­men umset­zen (März – Juni 2026) #

  • [ ] Patch-Manage­ment starten
  • [ ] Back­up-Kon­zept imple­men­tie­ren (Off­line-Back­ups)
  • [ ] Schu­lung durchführen
  • [ ] Inci­dent Respon­se Plan schreiben

Task 5: Audit vor­be­rei­ten (Juli – Novem­ber 2026) #

  • [ ] Inter­ner Audit durch­füh­ren (Gap-Ana­ly­se)
  • [ ] Exter­ne Audi­to­ren kontaktieren
  • [ ] Com­pli­ance-Doku­men­ta­ti­on sammeln
  • [ ] Lücken schließen

Task 6: Audit durch­füh­ren (Dezem­ber 2026) #

  • [ ] Exter­ner Audit vor 6. Dezember
  • [ ] Ergeb­nis: kon­form / mit Män­geln / nicht konform
  • [ ] Män­gel-Besei­ti­gung (Reme­dia­ti­on)

Bud­get-Pla­nung: Was kos­tet es? #

Für wich­ti­ge Ein­rich­tung (50 – 250 MA, 10 – 50 Mio. EUR Umsatz) #

Maß­nah­meKos­ten
**Con­sul­ting / Risiko-Analyse**20.000 – 50.000 EUR
**Hard­ware Air Gap Backup**60.000 – 150.000 EUR
**EDR/­Se­cu­ri­ty-Soft­ware (jähr­lich)**30.000 – 80.000 EUR
**Schulung/​Awareness**10.000 – 30.000 EUR
**Audit (jähr­lich)**20.000 – 50.000 EUR
**Verwaltung/​Dokumentation**15.000 – 30.000 EUR
**TOTAL Jahr 1****155.000 – 390.000 EUR**
**TOTAL Jahr 2+ (lau­fend)****90.000 – 240.000 EUR/​Jahr**

Das ist ein Invest­ment, aber güns­ti­ger als ein Ran­som­wa­re-Angriff (1.000.000+ EUR Schaden).


Häu­fi­ge Fra­gen #

Müs­sen wir bis Juni 2026 PER­FEKT kon­form sein? Nein. Bis Juni reicht ange­mes­se­ne Maß­nah­men im Gang”. Aber bis Dezem­ber 2026 muss es voll­stän­dig sein.

Was pas­siert, wenn wir bis Juni nicht anfangen? For­mell: Nichts sofort. Prak­tisch: Bis Dezem­ber 2026 haben Sie wenig Zeit für Reme­dia­ti­on. Wenn Sie dann kon­trol­liert wer­den, sieht es schlecht aus.

Kön­nen Audi­to­ren nach Juni 2026 kommen? Ja. Es gibt kei­ne Abkür­zung. Die Behör­den wer­den sys­te­ma­tisch kontrollieren.

Ist eine Selbst­er­klä­rung aus­rei­chend, oder brau­chen wir einen exter­nen Auditor? Eine Selbst­er­klä­rung ist recht­lich aus­rei­chend. Ein exter­ner Audit ist nicht zwin­gend. ABER: Im Scha­dens­fall sieht eine exter­ne Bestä­ti­gung viel bes­ser aus vor Gericht/​Aufsichtsbehörde.


Disclaimer

Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und mit KI-Unterstützung aufbereitet. Er gibt einen allgemeinen Überblick und stellt keine Rechtsberatung dar – für Ihre konkrete Situation empfehlen wir professionellen Rat.