Was ist eigentlich…
Business Continuity Management
BCM definiert, welche Geschäftsprozesse als kritisch eingestuft werden, wie lange sie maximal ausfallen dürfen (Maximum Tolerable Downtime, MTD) und welche finanziellen, operativen und reputativen Schäden pro Ausfallstunde entstehen (Business Impact Analysis, BIA). Aus diesen Erkenntnissen werden Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) abgeleitet und in der technischen Backup- und Recovery-Architektur verankert.
Ein Business Continuity Plan (BCP) dokumentiert, wie Systeme nach einem Totalausfall wiederhergestellt werden: Auslösekriterien, Rollen und Verantwortlichkeiten, Wiederherstellungsreihenfolge, technische Recovery-Schritte je System und Kommunikationspläne. Kritisch: Der BCP muss offline verfügbar sein — gedruckt, im Tresor. Wenn die IT-Infrastruktur kompromittiert ist, ist ein SharePoint-Ordner mit dem BCP möglicherweise ebenfalls nicht zugänglich.
NIS2 (§30 NIS2UmsuCG) und (Art. 11) machen BCM für betroffene Organisationen zur Rechtspflicht. Das schließt die Dokumentation von RTOs und RPOs, regelmäßige Recovery-Tests und einen Krisenmanagementplan ein. Die Geschäftsführung muss nach §38 NIS2UmsuCG BCM-Maßnahmen genehmigen und aktiv überwachen.
DORA
DORA (Digital Operational Resilience Act, EU 2022/2554) ist eine EU-Verordnung, die seit Januar 2025 für alle regulierten Finanzmarktteilnehmer gilt und konkrete Anforderungen an IKT-Risikomanagement, Backup-Systeme (Art. 11 und 12), Drittanbieter-Management (Art. 28–30) sowie Incident-Meldung stellt.