Was ist eigentlich…
Disaster Recovery
Ein Disaster-Recovery-Plan (DRP) ist das operative Dokument, das exakt beschreibt, wie Systeme nach einem Totalausfall wiederhergestellt werden. Er muss Auslösekriterien definieren (wann wird der DR-Plan aktiviert), Rollen und Verantwortlichkeiten klären, eine Wiederherstellungsreihenfolge festlegen (kritische Systeme zuerst: Active Directory, DNS, danach ERP, E‑Mail, Fileserver), Schritt-für-Schritt-Anleitungen je System enthalten sowie einen Kommunikationsplan für interne und externe Stakeholder umfassen.
Im Ransomware-Kontext ist der kritischste Aspekt: Der DRP muss offline verfügbar sein. Wenn die gesamte IT-Infrastruktur kompromittiert ist, ist ein digital gespeicherter DRP möglicherweise nicht zugänglich. Gedruckte Exemplare im Tresor sind keine altmodische Vorsichtsmaßnahme — sie sind eine praktische Notwendigkeit.
Die Wiederherstellungsreihenfolge in einem Ransomware-Szenario folgt typischerweise dieser Logik: Stunde 0 – 4 Schadensbegrenzung (infizierte Systeme isolieren, Ausmaß kartieren, Incident Response aktivieren); Stunde 4 – 8 Backup-Verifikation (Air-Gap-Backup prüfen, letzten sauberen Wiederherstellungspunkt identifizieren); Stunde 8 – 24 Wiederherstellung kritischer Systeme (Active Directory, DNS, kritische Anwendungen); Tag 2 – 7 vollständige Wiederherstellung aller Systeme.