Was ist eigentlich…
Ransomware-as-a-Service
Ransomware hat sich von einfachen Erpressungstrojanern (CryptoLocker 2013, WannaCry 2017) zu einer hochprofessionalisierten Industrie entwickelt. RaaS ist das zugrundeliegende Geschäftsmodell: Eine Kerngruppe entwickelt und pflegt die Ransomware sowie die Infrastruktur für Lösegeldverhandlungen und Zahlung. Sogenannte Affiliates — Partner, die den eigentlichen Angriff durchführen — mieten diese Werkzeuge und erhalten typischerweise 70 – 80 % des erpressten Lösegelds; 20 – 30 % verbleiben bei den Entwicklern.
Bekannte RaaS-Gruppen: LockBit, BlackCat/ALPHV, Cl0p, ALPHV, REvil. Diese Gruppen betreiben sogenannte Big-Game-Hunting-Kampagnen: Sie zielen nicht auf Einzelpersonen, sondern auf große Organisationen — Unternehmen mit hohem Umsatz, kritische Infrastruktur, öffentliche Verwaltungen — und fordern entsprechend hohe Lösegelder.
Der typische RaaS-Angriff folgt einem methodischen Ablauf: Initialer Zugang über Phishing oder kompromittierte VPN-Zugänge (Day 0), Erkundung und Ausbreitung über Wochen bis Monate mit Eskalation von Berechtigungen und Kartierung der Backup-Infrastruktur (Day 1 – 21), Zerstörung aller Backup-Kopien (vor der Verschlüsselung), Verschlüsselung der Produktivumgebung und Erpressung.
Die IBM X‑Force Intelligence zeigt: Die durchschnittliche Verweildauer eines Angreifers im Netzwerk beträgt 204 Tage — Angriffe werden oft erst entdeckt, wenn der maximale Schaden bereits angerichtet ist. Das unterstreicht die Bedeutung von physisch getrennten Backups, die auch nach monatelangem Angreifer-Zugang im Netzwerk nicht kompromittiert werden konnten.